Ein kurzer geschichtlicher Überblick:
Teil 2 - Die Alemannen
Ab dem 1. vorchristlichen Jahrhundert wurden sie durch die von Norden vordringenden Germanen und die von Süden eindringenden Römer verdrängt oder gingen in ihnen auf. Die Römer selbst kamen nur bis in die Randgebiete des heutigen Franken. Der Limes verlief vom heutigen Miltenberg fast schnurgerade südlich bis zum Neckar (Lorch), von dort aus in einem leichten Bogen nach Nordosten in die Gegend von Gunzenhausen und von dort aus über Ellingen bei Weißenburg wieder nach Südosten über den Jura Richtung Eichstätt und dann weiter nach Kehlheim, wo er an der Donau endete.
Römische Dauersiedlungen sind nur westlich und südlich des Limes entstanden wie Biriciani (b. Weißenburg). Nördlich und östlich des Limes war freies Germanien - dort entdeckte Funde wie Münzen oder Waffen sind sogenannte Streufunde, die entweder von Händlern oder Soldaten bei gelegentlichen Ausflügen oder Geschäftsreisen zu den germanischen Stämmen verloren oder zurückgelassen wurden.
Vor der Völkerwanderungszeit lebten im Regnitz-Main-Gebiet die Markomannen, die später nach Böhmen abzogen und als ein Teilstamm der Bajuwaren angesehen werden. Geklärt ist die Herkunft der Bayern aber bis heute nicht, nachgewiesen ist nur, daß sie um etwa 550 n. Chr. an der Donau siedelten und sich aus Resten keltoromanischer Bevölkerung sowie germanischen Söldnern in römischen Diensten zusammensetzten. Germanisiert wurden sie durch die von Nordwesten vorrückenden Franken, denen sie daher den Umstand verdanken, daß sie heute deutsch sprechen. Die häufige Endung der Ortsnamen auf "-ing" deutet auf enge Beziehungen zu den benachbarten Alemannen hin.
Der Limes wurde durch die von Norden aus dem Havel-Spree-Gebiet (Raum Berlin) einfallenden Alemannen zerstört (um 250). Aus dieser Zeit stammen Ortsnamen mit -ingen (= Siedlung): Meiningen, Bad Kissingen, Kitzingen, Ellingen, Treuchtlingen. Bevor die Franken von Westen mainaufwärts vorrückten, siedelten hier noch die Thüringer und hinterließen ihre Spuren in den Ortsnamen auf -hausen: Mühlhausen, Rentwertshausen, Sommerhausen; auch die bekannten fränkischen Wurstsorten sind ursprünglich thüringisch. Aus der Zeit der merowingischen Landnahme kommen die typisch fränkischen Namen auf -heim, -feld, -bach, -dorf wie Ostheim, Windsheim, Forchheim, Scheinfeld, Henfenfeld, Baiersdorf, Dachsbach, Erlbach.
|